Samstag, 7. November 2015

Kathmandu - Reise in die Vergangenheit

22. bis 25. Oktober 2015

Ich komme in Kathmandu an und die Neujahrsfeierlichkeiten sind gerade im Gange (Dashain-Festival). Drachen steigen und Riesenschaukeln aufstellen gehört dazu. Und schön warm ist es auch.

Nepal liegt auf der gleichen Höhe wie Ägypten, daher ist das Klima doch ganz nett und eher die Höhe über NN als die Jahreszeit bestimmt wie kalt es ist.

Im Hotel nehme ich mir ein Zimmer auf dem Dach. Dort sind zwei Frauen gerade dabei einen der herumliegenden Drachen steigen zu lassen. Zumindest versuchen sie es. Ich auch. Aber wir kriegen es nicht hin, trotz Engelsgeduld. Nach bestimmt eineinhalb Stunden geben wir dann doch auf.

Ich habe noch nicht mal mein Zimmer bezogen. Drachen steigen lassen ist ja auch wirklich wichtiger.

viel Schnur - der Drachen war ungelogen 300 Meter weit draußen
alle gucken Drachen

Kathmandu - ich hatte eine halbwegs kaputte Stadt erwartet. In den Medien kam das damals im April irgendwie so katastrophal rüber. Als wenn hier kein Stein auf dem anderen mehr stehen würde ...

Aber das betrifft wohl nur die umliegenden Dörfer, besonders im Nordwesten. Hier in der Stadt ist 99% noch in Ordnung - alles was alt ist, ist in Gefahr gewesen, aber was aus Stahlbeton ist, steht wie gehabt.

Daher war ich sehr überrascht nur mal eine eingestürzte Mauer zu sehen, oder irgendwo einen Haufen Ziegelsteine. Aber nach einem Rundgang durch's Viertel war dann schon das ein oder andere eingestürzte Häuschen aufzufinden. Und kaputte Tempel. Aber im Großen und Ganzen war's hier wohl nicht sehr dramatisch. Die Leute hätten sogar auf der Straße getanzt, weil es sich mehr um eine Schaukelbewegung als um ein Zittern gehandelt hat.

Am 25. April 2015 um 11:56 bebt die Erde für 36 Sekunden. Dass es seit dem schon über 400 Nachbeben gegeben hat, ist mir natürlich neu.

oben Risse, unten Wurstwaren
schicke Klamotte
Szenerie
Als meine Schwester die ersten Bilder sieht, sagt sie: "wie aus einer anderen Zeit" - das trifft es. Hier im Viertel Thamel findet man viele schmale Gassen, geduckte Häuser, Fahrradrickschaws und kleine Handwerksbetriebe im Halbdunkel der zur Straße offenen Erdgeschosse. Holz und Backsteine sind bei den älteren Gebäuden vorherrschend.

Läden, Türen, Holzschnitzereien
om mani padme hum
Linien, Flächen
abgestützte alte Häuser findet man auch reichlich
Es war einmal ein schmales Häuschen ...
Schlepp
beim Durbar-Square
Ausverkauf von Devotionalien
hier war mal ein Tempel
Bei den ganz alten Häusern gehen mir die Türen nur bis zur Mitte vom Brustkorb
Rickshaws

Momos sind ein Nationalgericht Nepals: gefüllte Teigtaschen. Ich kann mich mit dem Zeug leider nicht anfreunden, überall sind die total langweilig. Bis ich diesen kleinen Laden finde, dort am staubigen Kreisel! Die Soße schön scharf und die Dinger wirklich lecker. Leider ist das auch der einzige Laden, der es so gut hinkriegt. In den normalen Touristen-Restaurants: fade, öde, gähn ...

frische Momos, noch vor dem Dampfgaren
Werbung überall
Thamel ist das Backpackerviertel
*rumpel*
rot und weiß, Huhn und Schwein
Kathmandu ist so lala. Ich weiß nicht recht. Natürlich kann man sich kein Bild von der Stadt machen, wenn man nur im Touristenviertel rumhängt. Aber meine kleinen Ausflüge in die näheren Stadtteile haben mich auch nicht überzeugen können. Großstadt halt. Urig auch. Aber insgesamt nix dolles.

Direkt in Thamel ist es sogar stellenweise ganz schön nervig, abends. Laute Club-Musik bis 2 Uhr morgens und trotz - oder gerade wegen - enger Gassen ein ganz schön fieser, nicht ungefährlicher Verkehr. Fuß-, Taxi- und Mopedvolk in buntem Mix kann schnell anstrengend werden.

3 Tage sind erstmal genug.

Farbkleckse
Hightech / Lowtech

noch ein paar Eindrücke