Donnerstag, 23. August 2012

Kandy

Freitag, 17. bis Sonntag 19. August 2012

In Kandy waren mal wieder die Hotels brechend voll, die ich mir rausgesucht hatte. Ich muss mir mal angewöhnen, vorzubuchen. Man landet sonst immer in überteuerten Schrottbuden und sucht am gleichen Abend oder am nächsten Morgen nach was neuem. Das kann man sich sicherlich auch sparen.


deutsch, ungarisch, deutsch - wie die Orgelpfeifen

unterwegs nach Kandy

Kandy sieht gut aus

Das Taxi kletterte den Berg rauf und ich dachte gleich: Mist, hier muss man alles per Tuk-Tuk machen, wenn man hier oben wohnt. So war es dann auch, die Stadt war unten. Aber eigentlich, weil meine Waden so dermaßen wehtaten vom Adam's Peak Abstieg. Humpelstielzchen war mein Name.

"Unkraut"

Kandy ist ein einziges Verkehrsproblem. Eine stinkende Lawine von Blech und Plastik wälzt sich von morgens bis abends durch die Straßen. Aber es hat schon schöne Ecken zu bieten. Die Hauptstraße zu überqueren, bedarf sogar für die Einheimischen, eines Zebrastreifens und eines Verkehrspolizisten.

Freitag Abend aß ich noch eben was im Lakshmi Guest House. Dort war eine Gruppe von sage und schreibe fünfzehn englischen Teenie-Mädels am speisen. Mit so einer Riesentruppe unterwegs... das erinnerte mich schwer an die Frankreich-Urlaube, die wir vor zwanzig Jahren veranstaltet. Genial! Aber wie kriegt man das organisatorisch hin? Fünf Tuk-Tuks ordern geht ja noch. Aber sieben bis acht Zimmer im möglichst gleichen Guesthaus zu bekommen grenzt ja schon am organisatorischem Pendant eines 60-Stunden Jobs.

Am Samstag klinkte ich mich bei drei Portugiesinnen ein und wir fuhren nach Dingenswela um das Elefantenwaisenhaus zu besuchen. Dort werden verwaiste Elefanten oder auch gebrauchte Arbeitselefanten wieder zu neuen Elefanten recycelt, bis sie wieder fit für den Freiheit sind. Keine schlechte Anlage an sich.


Bible Rock in der Mitte

mit den Portugiesinnen

kauf, kauf, KAUUUF!!!


Der Fahrer sagte: "also, ich schlage euch vor, nicht ins Waisenhaus, sondern zur Elephant-Foundation zu gehen. Dort kann man mehr sehen und kriegt was erklärt." Nach reichlichem hin und her - die Portugiesinnen waren auch nicht gerade entscheidungsfreudig - haben wir uns dann für die Foundation entschieden. Das war ein Fehler, denn nach guten 30 Minuten hatte man alles gesehen, was es dort gab. Touris, die Elefanten "waschen" und reiten und ein paar Schautafeln, die nach Grundschule aussahen, vermittelten ein paar Informationen über Elefanten und was dazugehört. Die Elefanten hatten auch alle Ketten an den Beinen - kein schöner Anblick, aber angeblich muss das sein... Naja, ich weiß ja nicht.


mit dem T-Shirt würde ich da nicht rumlaufen

Tourist kriegt beim waschen eine Dusche :)

das war die Sau, die mir nachts beim Adam's Peak begegnet ist!

Mittags konnten wir dann noch die Elefanten durch die Straßen ziehen sehen, die vom Fluss zurück ins Camp des Waisenhauses wanderten. Die meisten ohne Ketten. Der Besuch des Waisenhauses soll wohl die bessere Wahl sein, erfuhr ich später.


Elefantenprozession

Leude

der letzte Satz, LOL!

ein Baum voller Flughunde

Abends bin ich in den Zahntempel gegangen. Das war genial! Eine Zeremonie mit Trommeln und wilder Flöte leitete das ganze ein. Dann durfte man in langer Prozession eine Sekunde einen Blick auf ein großes, goldenes Behältnis werfen, in dem angeblich ein Zahn von Buddha steckt. Böse Zungen munkeln, dass der Zahn gar nicht (mehr) existiert, sondern von den Portugiesen zu Staub zermahlen wurde. Trotzdem eine tolles Erlebnis, zu sehen, mit welcher Hingabe die Buddhisten da rumpilgern. Candy ist zwar schlecht für die Zähne, aber der Zahn ist gut für Kandy.

Trommler

Tür zum Zahn

da isser drinne!

Im Tempel gab es noch anderes zu sehen. Zum Beispiel Buddhas Schriften. Hunderte von Büchern, die er alle angeblich selber geschrieben hat. Ziemlicher Humbug, aber irgenwie auch nett anzusehen. Und draußen ein verglaster Raum in dem tausende von Lichtern flackerten. Das musste irgendein klingonisches Ritual sein. Ich schätze, jeder der was auf sich hält, zündet dort ein Flämmchen an. Und noch anderes Dies & Das.

1000 Lichter

Buddhas heilige Büroausstattung

Öhne

jeder kriegt ein Bändchen


Im Nachgang habe ich noch gehört, dass es sich gelohnt hätte, einen Gang um den Kandy-Lake zu machen. Dort gibt es alle möglichen Tiere zu sehen, auch Warane. Was solls, man kann nicht alles sehen. Ich bin lieber in die Kneipe gegangen.

im "The Royal Pub"

im "The Pub"

Fazit Kandy: Zahntempel gucken, dann wieder abhauen. Das reicht.

nochmal Kandy